Prima Facie
von Suzie Miller
Mit Arikia Orbán
Inszenierung & Ausstattung: Ralf Ebeling
Dramaturgie: Christian Scholze
Regieassistenz, Spielleitung, Soufflage: Carolin Leweling
Tessa ist ein Star in der Welt der Juristen, Richter, Staatsanwälte. Immer wieder gelingt es ihr, Männer, die wegen sexueller Übergriffe angeklagt sind, freizuboxen. Sie findet die Lücken in den Anklagen und verstrickt in Kreuzverhören die anklagenden Frauen so lange in Widersprüche, bis alles zusammenbricht.
Sie wird gefeiert, alles läuft super. Bis sie selbst zum Opfer wird. Nach einer ausgelassenen Party mit viel Wodka und Prosecco schläft sie mit ihrem Kollegen Julian. Es ist schön, sie mag ihn. Noch ist alles unverbindlich und leicht. Sie treffen sich wieder, haben erneut Sex. Doch später in dieser Nacht zwingt er sich ihr auf, ignoriert ihre Abwehrversuche, setzt sich durch.
War das eine Vergewaltigung? Oder nur ein Versehen in alkoholisiertem Zustand?
Tessa muss bald schmerzhaft feststellen, dass das Justizsystem für die Sanktionierung dieser Art von sexualisierter Gewalt nicht gemacht ist.
„Arikia Orbán versetzt sich in die Rolle der Juristin, deren Leben zerstört wird. Mit zitternden Augenlidern und krallenhaft verkrampften Händen berichtet sie von der zunächst einvernehmlich verbrachten Nacht, die in einer Vergewaltigung endet. Eine intensive Darstellung. […] Das Stück spielt in England, die Verweise auf einen Prozess mit Jury (statt, wie in Deutschland, nur vor Richtern) werden dezent gehalten. Denn Ebeling und Orbán wollen die allgemeingültigen Fragen stellen: Was passiert mit einer Frau, die das Rechtssystem zwingt, ihre schlimmsten Erinnerungen wieder und wieder zu durchleben und sie sogar öffentlich beleidigend in Zweifel ziehen zu lassen? […] 'Etwas muss sich ändern, ich weiß nicht wie', sagt Tessa zum Schluss. Und: 'Ich bin noch da!' Das Stück versucht den Dreh ins Optimistische. Tessa verliert zwar vor Gericht, hat aber zumindest ihre Stimme erhoben. Wenigstens das.“
Informationen zur Veranstaltung
Schüler, Studenten und Auszubildende (bis 25 Jahre alt), sowie Berechtigte für laufende Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB II/SGB XII oder Bundesversorgungsgesetz erhalten gegen Vorlage eines Ausweises bzw. Nachweises eine Ermäßigung.
Für Gruppen (zehn Personen) wird bei einer Sammelbestellung über den Veranstalter auf Anfrage eine Freikarte gewährt.
Begleitpersonen von Schwerbehinderten, die gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises (Vermerk „B“) auf eine Begleitperson angewiesen sind, erhalten freien Eintritt.
Für Gruppenbuchungen sowie für die Buchung von Plätzen für schwerbehinderte Menschen "und Begleitpersonen" wenden Sie sich bitte an den Veranstalter unter der Telefonnummer 02153 898 4141 oder per E-Mail an nettekultur@nettetal.de
Bildrechte liegen bei der Stadt Nettetal.
Westfälischer Anzeiger, Edda Breski